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Low-Carb Quark Heidelbeer Torte

 

Low-Carb Quark Heidelbeer Torte

Quark Heidelbeer Torte und ein Résumé über – 9 Wochen Low-Carb-Ernährung – extrem –

Bevor es gleich mit der Torte losgeht folgt noch eine kurze Rückschau und einige Gedanken über Low-Carb. Seit nunmehr 9 Wochen (und mit 6 kg weniger auf der Waage), halte ich jetzt schon tapfer meine stark kohlenhydratarme Ernährung durch. Ich ernähre mich von Gemüse und Obst…soweit es mir meine Fructoseunverträglichkeit erlaubt… Fleisch, Fisch, Leinsamen, Chiasamen, Flohsamen, Nüssen, Kokosprodukten und ab der 6. Woche auch endlich wieder von Joghurt und Quark. Es stehen mir noch fast 8 Wochen bevor, mach ich doch mit links, oder?

Grund für die Nahrungsumstellung ist eine Dünndarmfehlbesiedlung, die ich (und mein Arzt) hoffen damit in den Griff zu bekommen. Ich fühle mich inzwischen ganz wohl mit dieser Ernährungsweise; gesundheitlich geht es mir tatsächlich etwas besser…geschmacklich aber, empfinde ich diese Zeit auf Dauer doch als Beeinträchtigung.

Ich frage mich, rein vom Gesichtspunkt des „guten Geschmacks“ betrachtet: Gibt es wirklich gesunde Menschen, die dauerhaft und freiwillig auf Kartoffeln, Reis, Nudeln, Zucker und Co verzichten, nur weil diese mehr Kohlenhydrate haben? Davon könnte man doch einfach auch nur weniger essen, wenn man Angst um seine Figur hat!? Oder was kann sonst noch der Grund sein, dass Kohlenhydrate so verrufen sind? Gebt mir gerne Rückmeldung als Kommentar, wie eure Meinung dazu ist.

Da werden Nudeln aus Zucchini gemacht, Reis und Pizzaböden aus Blumenkohl kreiert, Chiasamen in den Himmel gelobt…aber jetzt mal ehrlich: Das ist doch alles nicht der Gipfel des Genusses. Klar kann ich das mal machen, ist neu und hipp, mal ein anderer Geschmack, aber…Zucchini bleibt Zucchini, auch in Nudelform und Blumenkohl schmeckt kleingehackt nicht nach Reis, sondern nach Blumenkohl. Auch eine Pizza mit Blumenkohlboden erinnert nur schwach an Pizza, leider! Übrigens schmecken Chiasamen nach gar nichts und die Konsistenz ist auch gewöhnungsbedürftig.

Low-Carb Quark Heidelbeer Torte

Ich denke, hier muss für mich ein Kompromiss her. Ein wenig Low-Carb in den Alltag zu integrieren finde ich super und das werde ich auf jeden Fall beibehalten; für immer und ausschließlich ist das nichts für mich. Dafür bin ich dann doch zu sehr Genussmensch, und ich möchte mich auch hier nicht „einschränken“ lassen. Strikte Konzepte und Dogmen, wie man sich zu ernähren hat sind nichts für mich, ich liebe die Abwechslung und vor allem den Genuss.

Ich gebe zu, die Pfunde purzeln wirklich (auch ohne viel Sport), man muss nicht hungern und ist ausreichend mit allem versorgt, was der Körper so braucht. Daher ist Low-Carb für diejenigen die abnehmen möchten, sicher besser als jede einseitige Diät, bei welcher der Jo-Jo -Effekt ja vorprogrammiert ist.

Low-Carb Quark Heidelbeer Torte

Es wird sich sicher auch in Zukunft immer mal wieder ein Low-Carb Rezept auf meinem Blog finden lassen, auch wenn meine „Diätkur“ beendet ist, aber eben nur ab und zu.

Süßigkeiten und Zucker vermisse ich nicht sehr stark. Was mich erstaunt, da ich schon immer ein „Süßer“ war. Man kann sich dies wie es aussieht, also doch schnell abgewöhnen und den Gaumen auf wenig süß umprogrammieren.

Ab der 7. Woche habe ich damit angefangen, mir hin und wieder ein Stück dunkle Schokolade mit 85% Kakaoanteil zu gönnen (was die Diät dann auch erlaubt). Die Sorte mit 90 % Kakaoanteil, die ich in meiner Euphorie gekauft hatte, ist wirklich nur was für Liebhaber von extrem herber Schokolade. Mit Süßigkeiten im klassischen Sinne haben aber beide Sorten nicht wirklich etwas zu tun, aber der „schokoladige“ Geschmack reichte schon aus, meinen Gaumen zu erfreuen.


Low-Carb Quark Heidelbeer Torte

 

Nun aber (endlich) zum eigentlichen Thema…der leckeren Torte!

Damit ich an Ostern nicht ganz ohne „Kuchen“ auskommen musste, habe ich mich im Low-Carb Backen versucht und eine kleine, feine Torte zubereitet. Für meine Familie habe ich exklusiv die leckeren Mango Himbeer-Törtchen gebacken, ein ganz kleines bisschen neidisch war ich ja schon am Kaffeetisch.

Diese Torte war mein erster Low-Carb Kuchen, den ich bisher zubereitet und gegessen habe; ich fand ihn wirklich lecker nach 9 Wochen Durststrecke. Ich habe ganz bewusst viel Creme und wenig Boden, sprich Teig verwendet, da Mandeln und Kokos als Zutaten für einen schönen Kuchenteig nur bedingt geeignet sind.

In meiner Torte habe ich als Haupt-Süßungsmittel Erythrit verwendet. Das Produkt ist von der Firma Xucker und nennt sich „Light“, es besteht aus 100% Erytrhrit, also null Kalorien. Es ist auch vegan und Allergen-frei. Dieser Ersatzzucker eignet sich ganz gut zum Backen, da er auch Volumen mitbringt. Der Geschmack und die Süßkraft sind aber schon unterschiedlich zu normalem Zucker. Der Geschmack ist schwer zu beschreiben, er schmeckt leicht künstlich und hat kühlende Eigenschaften auf der Zunge. Die Süßkraft liegt bei 70% von normalem Zucker laut Hersteller; das lässt sich meiner Meinung nach schwer vergleichen, die Süße von Erythrit empfinde ich ganz anders. Je mehr man rein macht, desto „komischer“ schmeckt es. Daher verwende ich den Ersatzzucker lieber sparsam und versuche auch noch andere „gesunde“ Zucker, wie Birkenzucker oder Reissirup zu kombinieren. Da die Quarkcreme ja nicht gebacken wird, geht das hier ganz hervorragend.

Hier das Rezept:

Low-Carb Quark Heidelbeer Torte

Für eine Springform: 20 cm Durchmesser

Backzeit: 10-12 Minuten

Zubereitungszeit: 1,5 Stunden

Kühlzeit: mind. 4h 

Zutaten Boden:
  • 50 g Butter (laktosefrei) gewürfelt
  • 60 g Kokosraspel
  • 20 g Mandeln gemahlen
  • 80 g Mandelmehl
  • 1 Ei
  • 50 g Xucker light (Erythritpulver)
Zubereitung Boden:
  1. Den Ofen auf 180 °C Umluft vorheizen
  2. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zügig mit den Händen zu einem Mürbeteig verarbeiten.
  3. Die Backform am Boden mit etwas Butter einfetten.
  4. Den Teig als Boden mit den Händen in die Form drücken. Für 10 -12 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Herausnehmen und auf einem Rost in der Form abkühlen lassen.
Zutaten Quarkmasse:
  • 250 g Magerquark laktosefrei
  • 150 g Joghurt laktosefrei
  • 200 ml Sahne laktosefrei
  • 7 Blatt Gelatine
  • 3 EL Xucker (Erythritpulver) – wer es süßer mag erhöht die Menge
  • 1 Schnapsglas Eierlikör (oder auch zwei), könnt ihr auch einfach weglassen
  • 1 TL Bio Zitronenschale abgerieben
  • Mark einer halben Vanilleschote
  • 25 g gehackte Pistazien
  • 250 g tiefgekühlte Heidelbeeren aufgetaut und püriert
  • 2-3 EL Kokosblütenzucker (oder Erythritpulver)
  • Pistazien gehackt zur Dekoration
  • Heidelbeeren und Minze zur Deko

 

Zubereitung Quarkmasse:
  1. Die Gelatine in kaltem Wasser nach Packungsanweisung einweichen.
  2. Den Quark mit dem Joghurt in einer Schüssel glatt rühren. Die Gelatine ausdrücken und in einem kleinen Topf bei geringer Hitze erwärmen. Ist die Gelatine gelöst, den Topf vom Herd nehmen und einen Esslöffel der Quarkmasse gut unterrühren. Noch je 2-3 weitere Esslöffel der Masse in die Gelatine geben, nach und nach unterrühren. Dann den Inhalt des Topfes zurück in die restliche Quarkmasse einrühren.
  3. Die Hälfte der Masse in eine zweite Schüssel umfüllen und kühl stellen.
  4. Den Xucker, den Eierlikör, die Zitronenschale, das Mark der Vanille und die gehackten Pistazien in die erste Masse geben und gut unterheben. Dann in den Kühlschrank stellen.
  5. Inzwischen die Sahne steif schlagen.
  6. Die pürierten Heidelbeeren mit dem Kokosblütenzucker unter die zweite Quarkmasse rühren. Auch in den Kühlschrank stellen.
  7. Wenn die Massen im Kühlschrank anfangen zu gelieren, muss nur noch die Sahne untergehoben werden. Zwei Drittel der Sahne behutsam unter die helle Masse heben. Das restliche Drittel unter die Heidelbeermasse heben und diese Creme in den Kühlschrank stellen.
  8. Die helle Creme auf den abgekühlten Boden in die Springform füllen und glattstreichen. 5-10 Minuten kalt stellen. Dann die Fruchtcreme aus dem Kühlschrank nehmen und ebenfalls in die Form einfüllen, die Oberfläche mit einer Palette schön glatt machen.
  9. Für mindestens 4 Stunden oder über Nacht kalt stellen.
  10. Den Kuchen aus der Form lösen und mit den Beeren dekorieren, mit den restlichen gehackten Pistazien bestreuen.
  11. Für die Eierlikörfans unter euch: Gib noch 2 Esslöffel Eierlikör (bevor du dekorierst) auf die Oberfläche und verstreiche diese mit einer Palette gleichmäßig dünn aus. Jetzt noch die Deko drauf und fertig ist diese wunderbare Torte.
Glutenfreier Low-Carb Genuss…ganz ohne Einschränkungen!

3 Kommentare

  1. Katrin Braito sagt

    Lieber Frank, vielen Dank für Deinen tollen Erfahrungsbericht und die leckeren Rezepte mit den wunderschönen Fotos!

    • Mann-isst-glutenfrei sagt

      Liebe Katrin, ich freue mich sehr, dass dir mein Beitrag und die Fotos gefallen haben. Herzliche Grüsse nach dem schönen Haldensee

  2. Pingback: Low-Carb Snack to go - Herzhafte glutenfreie Spargel Käse Muffins  -

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