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Nima der Gluten-Tester. Lohnt sich der Kauf?

Nima der Gluten-Tester

Nima – der Gluten-Tester    

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Die Firma klarify.me hat mir gratis ein mobiles Gluten-Messgerät zur Verfügung gestellt und in diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen mit „NIMA dem Gluten-Tester“ mit euch teilen. Messgeräte finde ich von Haus aus sehr spannend, da ich mich beruflich in der Forschung&Entwicklung eines Beautykonzerns tagtäglich mit diversen Messmethoden beschäftige. Daher habe ich das Angebot Nima zu testen gerne angenommen, und das handliche Gerät war seit Anfang Januar 2019 mein ständiger Begleiter, wenn ich unterwegs zum Essen war.

Sinn und Zweck des mobilen Messgerätes ist die Prüfung des Glutengehalts von Speisen, welche man unterwegs zu sich nehmen möchte und bei denen Unsicherheit bezüglich der Glutenfreiheit besteht, z.B. in Restaurants, bei privaten Einladungen zum Essen, im Urlaubshotel…usw.!

Nima der Glutentester besteht aus zwei Einheiten: Dem Glutensensor- das ist das eigentliche Messgerät – und den Test-Kapseln, in die man die Speisen zur Messung einbringt. Pro Packung sind 12 Testkapseln enthalten; sind diese aufgebraucht, können neue nachbestellt werden. Ansonsten befindet sich ein Ladekabel, ein Stoffbeutel und eine Schnell-Anleitung mit in der Verpackung.

Nima der Gluten-Tester

Hier ein kleiner Auszug aus der Website des Herstellers bezüglich der Messmethode:

„Das Gründerteam von Nima lernte sich am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts (USA) kennen. Der Gluten-Tester wurde entwickelt von Ingenieuren und Doktoranden von MIT, Caltech, Stanford und Dartmouth. Bei der Entwicklung von Nima wurde ein antikörperbasiertes biochemisches Verfahren, das zum Protein- bzw. Allergennachweis eingesetzt wird, in eine tragbare und bedienerfreundliche Hardware-Einheit integriert, die zum Nachweis elektronische Sensoren und urheberrechtlich geschützte Algorithmen nutzt. Die wichtigsten Kriterien beim Design von Nima waren Sensitivität und Spezifität in Bezug auf Gluten, Messgeschwindigkeit, Tragbarkeit und Bedienerfreundlichkeit.“

Messgenauigkeit

Nima weisst Gluten ab 20 ppm mit einer Genauigkeit von 96,9 % nach, so die Aussage des Herstellers.

Größe

Das Testgerät ist so klein, dass es in der Jacken- oder Handtasche transportiert werden kann.

Messdauer

Die Messdauer beträgt ca. 5 Minuten, dann informiert dich NIMA, ob deine Speisen einwandfrei sind. Ein Smiley bedeutet frei von Gluten. Wird ein Weizensymbol angezeigt, wurde Gluten mit mindestens 20 ppm gefunden. 

APP

Es gibt auch eine APP für Handy und Tablet, um getestete Restaurants anzusehen, Ergebnisse zu teilen und für Geräte-Updates.

Preis

Den Preis möchte ich euch auch nicht vorenthalten, so ein Messgerät ist natürlich nicht ganz billig.

Glutentester: Momentan im Angebot laut Website für €229,00 €139,90

Test Kapseln 12 er Packung: Momentan im Angebot laut Website für €74,90 €54,90

Nima Starter-Kit (Gerät + Kapseln): Momentan im Angebot laut Website für €303,95 €179,90

Was Nima nicht messen kann 

  • Fermentierte Produkte wie z.B. Bier
  • Hydrolysierte Produkte wie z.B. Sojasoße
  • Alkohol
  • Reines Xanthan oder Guarkernmehl

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Alles was auf der Website über Nima geschrieben wird, klingt erst einmal einleuchtend und durchdacht. Aber lohnt sich der Einsatz des Gerätes wirklich? Wie schlägt sich NIMA in der täglichen Anwendung?

Grundsätzlich finde ich das eine gute Sache, so ein Messgerät bei mir zu haben. Es ist irgendwie beruhigend in bestimmten Situationen zu wissen, ob ich auf der sicheren Seite bin. Ich habe schon öfter, gerade in Restaurants, Reinfälle mit den servierten angeblich glutenfreien Speisen erlebt. Es besteht immer die Unsicherheit, ob die Speisen die angeboten werden, denn wirklich glutenfrei sind? Es wäre nicht das erste Mal, dass ich hier eines besseren belehrt wurde und tagelang mit den Nachwirkungen zu kämpfen hatte. Da könnte so eine Messung vorab natürlich sinnvoll sein?!

Also ab zum Praxistest…!

Test-Situation Nr.1: Mein Stamm-Lokal

Den ersten Test habe ich in meinem Stamm-Restaurant gestartet, wo mein Mann und ich seit Jahren jeden Freitag wenn möglich, das Wochenende einläuten (eine wunderbare Tradition inzwischen). Ich liebe dieses kroatische Restaurant unter anderem auch, weil ich hier noch nie ein negatives gesundheitliches Erlebnis bezüglich Gluten hatte. Das herzliche Service-Personal und die Küche kennt meine Unverträglichkeiten inzwischen sehr gut, und geht ganz offen mit den verwendeten Zutaten um. Man ist mir dort inzwischen soweit entgegen gekommen, das Hirschgulasch (ich liebe Hirschgulasch) auf der saisonalen Wildkarte immer mit Maisstärke abzubinden, so dass ich dieses leckere Gericht in der Winterzeit dort immer genießen kann.

Bewaffnet mit Foto und Gluten-Tester ging es also am Freitag zum Hirsch-Gulasch essen…und nachdem ich nach Betriebsanleitung eine Probe Fleisch mit Soße analysiert habe…was für eine Überraschung, nach schon 4 Minuten Messdauer strahlte mich kein Smiley an, nein es tauchte tatsächlich das Getreide-Symbol auf.

Nima der Gluten-Tester

Blöd war jetzt natürlich, dass mir der Appetit erst einmal kurz vergangen war. Weiteressen oder dem Gerät glauben schenken? Ich bat den Service an den Tisch, die mit der Küche dann noch einmal die Zutaten abklärten und entschied mich, für weiter genießen. Schließlich habe ich das Gulasch immer gut vertragen und vertraue den Aussagen des Restaurants.

Nebenbei machte ich Bilder und steckte noch ein Pröbchen von den Kartoffeln mit etwas Soße ins Testgerät, es ließ mir doch keine Ruhe. Wieder positiv, Hmmm! Weiteressen…!

Inzwischen nahmen einige Gäste, der Service und die Küche Anteil am Geschehen. Zumindest hatte sich Nima als Kontaktbörse schon einmal bewährt. Ich wurde auch von einem Gast am Nachbartisch angesprochen, der mitbekommen hatte, dass es um Gluten geht. Seine Frau hat Zöliakie und wir haben uns noch angeregt ausgetauscht.

Die Chefin des Restaurants brachte mir auf meinen Wunsch hin noch ein Stück Kartoffel pur, die Stärke, die zum Binden der Sauce benutzt wird und noch etwas Soße, alles separat abgepackt an den Tisch…diese Bestandteile wollte ich zu Hause noch einmal testen, meine zwei mitgebrachten Testkapseln waren ja schon aufgebraucht.

Der Hersteller weißt darauf hin, pulvrige Lebensmittel wie z.B. Mehle mit etwas Wasser zu verdünnen. Daher habe ich zu Hause zur Stärke etwas Wasser gegeben und gemessen. Mit dem Ergebnis – No test result! Da hatte ich wohl zu viel Wasser dazu gegeben. Wie ich dann auf der Firmen-Website nachlesen konnte, ist das optimale Mischungsverhältnis 1:1 mit Wasser. Also habe ich die Stärke über Nacht antrocknen lassen und noch einmal getestet. Jetzt ging es, das Ergebnis war ein Smiley – No gluten found. Auch die Kartoffel erzielte das Ergebnis – No gluten found. Nur die Soße zeigte – Gluten found an.

Nun wollte ich das Rätsel aber doch noch lösen und lies mir beim nächsten Besuch, eine Probe der verwendeten Gewürzmischung mitgeben – ein Wildgewürz. Mit Wasser verdünnt gab ich die Probe ins Messgerät…und tatsächlich – Gluten found! 

Jetzt habe ich sieben Kapseln verbraucht, um das Gericht in seinen Komponenten zu analysieren, was eigentlich nicht nötig gewesen wäre, da Nima mir von Anfang an sagte – Vorsicht…Gluten gefunden! Ich wollte es aber jetzt wirklich wissen, und bin froh über die Info, dass die Gewürze ein Risiko darstellen. Ein wenig irritiert bin ich auch darüber, da es ja eigentlich nie möglich ist, dieses Risiko im Restaurant auszuschließen. Fordert im Restaurant mal das Personal auf, in der Küche die Gewürze zu checken, no chance!

In meinem Fall kenn ich das das Restaurant gut und weiß, dass ich das Gulasch vertrage. Also empfehle ich hier auf den gesunden Menschenverstand zu setzen und selbst zu entscheiden, ob man dem Personal im Restaurant vertrauen kann. Das ist auch der Tipp der Herstellerfirma, genau zu überlegen: In welcher Situation befinde ich mich? Wie hoch ist mein Risiko und dann selbst zu entscheiden.

Wäre mir das in einem Restaurant passiert, wo ich zum ersten mal einkehre, hätte ich das Gulasch stehen lassen, auch blöd irgendwie…da man nicht weiss, wie hoch die Belastung mit Gluten im Essen ist. Aber Nima hat sein Versprechen gehalten zu melden, wenn der Grenzwert von 20 ppm überschritten ist. Was ich als Anwender dann daraus mache, ist mir ja selbst überlassen.

Mein Fazit zur Eignung in (schon bekannten) Restaurants:

Das Gerät eignet sich grundsätzlich nur bedingt, wenn man ein Gericht mit mehreren Komponenten bestellt, was ja eigentlich immer der Fall ist. Jede Komponente muss einzeln getestet werden (pürieren möchte man das Gericht ja nicht), was viel zu lange dauert und durch den Verbrauch mehrerer Kapseln auch noch ins Geld geht. Wenn ich jetzt noch eine Vorspeise und ein Dessert bestellt hätte…? Besteht Unsicherheit bei nur einer Komponente des Gerichtes, ist Nima sehr hilfreich Gewissheit zu erlangen. Mir hätte in der oben genannten Situation eine Angabe über die Höhe des gemessenen Wertes weiter geholfen. Zumindest in Form einer Anzeige für noch tolerierbar (knapp über 20 ppm) und richtig viel Gluten. Dann hätte ich durch meine bisherigen Erfahrungen im Restaurant eine Gefahr für meine Gesundheit, trotz Glutenalarm, ausschließen können und beruhigt weiter gegessen.


Testsituation Nr.2: Kann Spuren von Gluten enthalten

Für alle Menschen die Gluten vermeiden, ist es normal alle Produkte im Supermarkt umzudrehen und die Zutatenliste aufmerksam zu lesen, bevor sie in den Einkaufswagen wandern. Ich habe jahrelang die Produkte auf denen steht… „ kann Spuren von Gluten enthalten“ brav wieder ins Regal gestellt, mich aber mehr und mehr gefragt, ob das nicht Quatsch ist. So habe ich angefangen ab und zu solche Produkte zu kaufen, wenn kein Ersatz zur Verfügung stand…und was ist geschehen? Nichts, keine „Nebenwirkungen“ zu beobachten. Ein ungutes Gefühl blieb irgendwie trotzdem, da ich durch die Fülle meiner Unverträglichkeiten nie beschwerdefrei bin. Da kommt Nima gerade richtig und ich habe mal eine bekannte Süßigkeit mit genanntem Hinweis auf der Verpackung, dem Test unterzogen. Zudem wollte ich wissen, ob Nima mit Schokolade und Nüssen klar kommt?

Nima der Gluten-Tester

War gar kein Problem. Ich habe eine erbsengroßes Stück mit dem Messer von der Süßigkeit abgeschnitten und analysieren lassen. Nach 3 Minuten strahlte mich ein Smiley an, also kein Gluten gefunden. Super, da schmecken mir die kleinen Dinger ab sofort noch besser!

Mein Fazit: Hier konnte Nima punkten. Für mich sehr hilfreich, da ich jetzt entspannt genießen kann und keine Unsicherheit mehr besteht.


Testsituation Nr.3: Als glutenfrei ausgewiesene Produkte ohne „glutenfrei Symbol“

Eine amerikanische Kaffeehauskette bietet Brownies an, die glutenfrei sein sollen. Irgendwie hatte ich aber bisher kein Vertrauen dazu, obwohl diese nun auch separat verpackt sind. Jetzt hatte mir ein guter Freund solch einen Brownie mitgebracht und ich habe ihn vor dem Verzehr, zuerst dem Gluten-Test mit Nima unterzogen. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, der Brownie ist tatsächlich frei von Gluten. Geschmeckt hat er leider trotzdem nicht…viel zu trocken und zu süß! Der Krümel neben dem Testgerät ist übrigens der Rest vom Brownie…trotz meiner Beanstandungen am Geschmack, hat er bis zur Aufnahme des Fotos nicht überlebt, Sorry!

Nima der Gluten-Tester

Mein Fazit: Nima misst einwandfrei (auch Kuchen)…und ich konnte entspannt zugreifen.


Testsituation Nr.4: Glutenfreier Kuchen im (nicht glutenfreien) Café/Konditorei

Ab und zu hat man ja das Glück ein Café zu finden, das auch glutenfreien Kuchen im Angebot hat. Das freut eine Kuchenfan wie mich immer sehr, aber es bleibt auch immer ein ungutes Gefühl, da der Kuchen in einer nicht glutenfreien Backstube zubereitet wird und mit „normalen“ Kuchen ungeschützt in der Theke steht. Bis auf ein sehr negatives Erlebnis in Österreich, ging das bisher bei mir gut. Dort hatte ich eine glutenfreie Buchweizentorte gegessen und hatte leider recht schnell, mit gesundheitlichen Nachwirkungen zu kämpfen. No risk, no fun…meine Devise, denn Kuchen kann ich einfach nicht widerstehen.

Am einem Sonntag bin ich ausgerüstet mit Nima in mein Lieblingscafé nach Frankfurt gefahren, das eine wunderbare Patisserie anbietet. Darunter auch drei glutenfreie Sorten zur Auswahl. Mit Nima konnte ich endlich meine Lieblingskuchen – eine Chocolat Framboise Schnitte und die Schwarzwälder Kirschtorte – auf mögliches Gluten testen, um letzte Bedenken auszuräumen.

Also…Testkapsel aufschrauben, Kuchen rein, Deckel zu und los…no Gluten found! Was ein Glück, so kann ich diese wunderbare Patisserie ganz unbeschwert genießen.

Nima der Glutentester

 

Nima der Glutentester

Mein Fazit: Nima misst zuverlässig…und ich kann in meinem Lieblingscafé jetzt noch entspannter zugreifen. Super!


Testsituation Nr. 5: Glutenfrei Pizza im (nicht glutenfreien) Restaurant

Das Mangia Mangia ist eine empfehlenswertes italienisches Restaurant in Kronberg im Taunus, das glutenfreie Nudeln und auch Pizza im Angebot hat. Schon lange wollte ich hier die Pizza probieren, die sich rein optisch überhaupt nicht von einer glutenhaltigen Version unterscheidet. Bedenken hatte ich aber, da die Pizza in einer „glutenhaltigen Küche“ zubereitet wird. Um mir ganz sicher zu sein, habe ich Nima und eine Testkapsel eingepackt und eine Probe vom Teigboden getestet. Ich war mir fast sicher, dass mich hier kein Smiley anlächeln wird, aber weit gefehlt. Nach 5 Minuten Testzeit…ein Smiley!

Das freut mich ungemein, da ich hier jetzt immer meine Lust auf eine (vorzügliche) Pizza stillen kann.

Pizza Manigia Mangia

Und ganz nebenbei noch bemerkt…im Mangia Mangia habe ich den besten Pizzateig ohne Gluten gegessen, den ich je probieren durfte. Einfach klasse! Übrigens schmeckt hier auch alles andere auf der Karte vorzüglich…ich werde das Restaurant (hoffentlich) bald separat vorstellen.

Kennst du auch ein Restaurant mit toller glutenfreier Pizza, dann hinterlasse mir doch einen Kommentar?!

So, jetzt hast du den ausführlichen Beitrag über meinen Praxistest gelesen und ich hoffe, dass ich dir hilfreiche Informationen zur Anwendung von Nima dem Glutentestgerät liefern konnte.


Mein abschließendes Fazit:

Insgesamt gesehen, bin ich sehr zufrieden mit den gemessenen Ergebnissen und freue mich, dass ich so manche Unsicherheit für mich ausräumen konnte. In einigen Situationen, habe ich jetzt ein besseres Gefühl und kann dadurch mein Essen noch mehr genießen. Es bleibt natürlich ein Restrisiko, da von einer ganzen Speise, nur ein erbsengroßes Stück gemessen werden kann. Das Gluten könnte sich ja auch z.B. im Belag einer Pizza befinden und man hat die Probe vom Boden genommen. Entscheidet selbst, falls ihr überlegt euch Nima zuzulegen, ob es in eure jeweilige Situation passt und für euch Sinn macht!

Ich werde Nima im März mit nach Südafrika in den Urlaub nehmen, da es dort auch so manche Unsicherheit, bezüglich der Glutenfreiheit von Speisen, geben wird. Bin schon gespannt darauf!

 

2 Kommentare

  1. Vielen Dank. Interessant, so ein ausführlicher, sehr „spezieller“ Produkttest. Gut, auch damit ein Hilfs-Tool zu haben, um nicht immer nur blind vertrauen zu müssen (was wohl durchaus stressig sein kann).

    • Mann-isst-glutenfrei sagt

      Hallo Kay, gern geschehen! Da hat du vollkommen recht. Manchmal ist das echt stressig und Nima konnte mir wirklich helfen, mehr Sicherheit zu gewinnen und entspannt zu genießen. LG Frank

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