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Baltique – die Pankuka Bar in Frankfurt -glutenfreier Genuss

Baltique-die Pankuka Bar außen

Am letzten Samstag waren wir zum Weihnachts-Shopping in Frankfurt, gemütlich bummeln und ein paar Geschenke besorgen, bevor der große Einkaufstrubel in der Adventszeit los geht.

Die Stimmung in der Stadt war schon sehr weihnachtlich, das Wetter weniger, überall standen schon die geschmückten Weihnachtsmarkt-Buden, blinkende Christbäume und die Schaufenster schön festlich beleuchtet. Nach gut 2 Stunden shoppen und schon etwas durchgefroren von Kälte und Nieselregen, sehnten wir uns nach einem gemütlichen Plätzchen drinnen, einem warmen Getränk und vor allem nach einem leckeren Snack. Nur wohin?

Anmerkung des Autors 2021: Leider gibt es die Pankuka Bar heute nicht mehr! Ich lasse den Beitrag aus nostalgischen Gründen aber bestehen, da es so schön war, dort glutenfreie Pankukas zu genießen!

Zwar gibt es in Frankfurt einen Fülle von Cafés und Restaurants in der Innenstadt, aber nichts das Menschen, die Gluten vermeiden müssen oder wollen, wirklich glücklich macht.

Da erinnerte ich mich an einen Artikel, den ich im Magazin „Frankfurt geht aus“ gelesen hatte, über einen Deli der gefüllte Pfannkuchen aus Buchweizenmehl anbieten soll? Also schnell die Adresse gegoogelt und nichts wie hin.

Baltique-die Pankuka Bar von außen


Schon von außen strahlt das „BALTIQUE“- die Pankuka Bar, in einem wunderschönen Gründerzeit-Haus gelegen, viel Wärme und Gemütlichkeit aus. Kleine dekorierte Tische und Laternen mit Kerzen ergeben draußen schon ein sehr heimeliges einladendes Ambiente, große Fenster lenken den Blick ins schön beleuchtete Innere.

Also nichts wie rein ins Warme, in der Hoffnung, dass ich hier tatsächlich einen glutenfreien Imbiss bekomme.

Ein freundlicher Mitarbeiter begrüßt uns herzlich und wir nehmen an einem gemütlichen Tisch mit Kerzenlicht vor der Theke Platz, das Deli ist schon gut besucht.


Baltique die Pankuka Bar Raum gepixelt

Und um die Spannung für euch nicht unerträglich zu machen kurz vorneweg, ich habe hier sehr leckere glutenfreie PANKUKAS (das sind gefüllte baltische Pfannkuchen aus Buchweizen-Mehl) gegessen und diese auch sehr gut vertragen.

Die Speisekarte verrät mir, dass die Pankukas entweder herzhaft oder auch süß gefüllt zu haben sind. Einmal aus glutenfreiem Buchweizenmehl, aber auch als Variante aus Weizenmehl. Die Pankukas selbst sind auch laktosefrei und zusätzlich werden einige Füllungen auch ohne Laktose angeboten. Es gibt Milch und Käse ohne Laktose im Angebot.

Baltique-die Pankuka Bar-Speisekarte herzhaft

Das erinnert mich hier alles sehr an einen bretonischen Imbiss, den ich im Winterurlaub im schönen Innsbruck entdeckt habe. Dort habe ich gerne bretonische glutenfreie Galettes aus Buchweizenmehl gegessen, die wunderbar schmecken und meinen kleinen Hunger zwischendurch gestillt hatten. Schreibt mir, wenn ihr mehr darüber wissen möchtet. Aber ich schweife ab, also zurück nach Frankfurt.

Die Pankukas gibt es mit deftigen Füllungen aus Fisch, Fleisch oder auch vegetarisch.

Meine Wahl fällt auf eine Füllung namens Königsberg mit Rinderhack, doch leider ist diese (noch) nicht glutenfrei, wie mir der Service verrät (das hat sich inzwischen geändert, versichert mir der Inhaber Ralph Weiß auf meinen Beitrag hin. Da weiß ich ja schon, was ich beim nächsten Besuch bestellen werde). Also nochmal einen Blick in die Karte geworfen und flugs einen Pankuka namens Turku ausgewählt. Glutenfrei aus Buchweizen ist er gefüllt mit Lachs, Dill, Meerrettichcreme und Preiselbeeren. Klingt sehr verführerisch.

Da es hier auch Weizenmehl-Pankukas gibt, habe ich doch Bedenken wie beides auseinander gehalten wird und frage beim Chef Ralph Weiß persönlich nach. Er erklärt mir, dass alle Speisen in einer Küche zubereitet werden und so, Kontaminationen mit Gluten nicht ganz auszuschließen sind. Der Koch und auch der Service, sind hier aber für Menschen mit Unverträglichkeiten oder Zöliakie sensibilisiert und wissen von was sie reden. Ich bitte darum, bei meinem Essen in der Küche auf die Unverträglichkeiten hinzuweisen und man verspricht mir, die Platte zum Backen der Pfannkuchen noch einmal extra vorher zu reinigen. Da ich dem Risiko der Kontamination in jedem anderen Restaurant noch stärker ausgesetzt bin, probiere ich das heute für mich aus.

Jetzt erst schaue ich mich in den L-förmigen Räumlichkeiten entspannt um und muss sagen, hier hat jemand Geschmack und ein Händchen fürs Einrichten bewiesen. Der Raum ist allein schon durch seine Deckenhöhe recht imposant, trotzdem wirkt alles gemütlich und modern, das Beleuchtungskonzept ist wunderschön. Die an japanisches Origami erinnernden Deckenleuchten sind gekonnt arrangiert und schweben regelrecht federleicht über unseren Köpfen.

Baltique-die Pankuka Bar-Beleuchtung

Überall auf den Tischen brennen Kerzen in schönen Gläsern.

Baltique-die Pankuka Bar-15

Die Küche ist einsehbar, was bei mir immer Vertrauen erweckt. Hier gibt es scheinbar nichts zu verstecken.

Baltique die Pankuka Bar offene Küche

Mir gegenüber an der Wand befindet sich eine Bildergalerie, die an der großen Fläche zusätzlich Atmosphäre schafft. Die Wandfarben sind dezent gehalten, nur das kleinen Sépareé, das ich erst beim Gang zur Toilette entdecke, ist in einem intensiven, dunklen türkisfarbenem Ton gehalten. Eingerichtet wie ein Esszimmer in einem noblen Herrenhaus, antike Möbel und goldene Bilderrahmen tun ihr übriges, der Raum wirkt wie aus einer anderen Zeit.

Baltique-die Pankuka Bar-18

Kaum habe ich mich in Ruhe umgeschaut, bringt der gutgelaunte Kellner auch schon einen Teil unserer Bestellung an den Tisch…die Getränke und den kleinen Vorspeisensalat, den wir uns teilen. Als Dressing habe ich Leinöl (oder war es Hanföl?) und Himbeeressig bestellt, das muss ich zu meiner Überraschung aber selbst anmachen. Etwas schwierig in dem schon vollen Salat-Schüsselchen, aber wenn es mal geschafft ist, schmeckt das Dressing sehr lecker zum frischen, grünen Salat, Cherrytomaten und Trauben sind auch noch mit drin.

Baltique-die Pankuka Bar-7

Dann wird auch schon der Pankuka serviert. Er liegt gefaltet auf einem schmalen, weißen Teller, dazu ein Schälchen mit den Preiselbeeren. Etwas Dill ist oben drauf gestreut. Er sieht genauso aus wie ein Crêpes, aus dünn ausgebackenem Buchweizenteig, erst gefüllt, gefaltet und angebraten. An den Rändern leicht knusprig, die Farbe glänzend bräunlich, duftet er sehr verführerisch.

Baltique-die Pankuka Bar-11

Und er schmeckt auch so…erst vermisst man an der dünneren Seite etwas die Meerrettichcreme-Füllung, die ist dann aber am dickeren Ende des Pfannkuchens reichlich vorhanden. Leicht pikant und wunderbar in der Kombination mit der süßlichen Preiselbeere-Konfitüre, die ich mir auf den Pankuka gestrichen habe. Der Lachs ist von einer tollen Qualität, zart rosa und ganz fein im Geschmack.

Baltique-die Pankuka Bar-Pankuka mit Lachs

Die Portion ist genau richtig, aber Platz für einen Nachtisch habe ich dann doch noch.

Baltique-die Pankuka Bar-Speisekarte süß

Ich entscheide mich für einen Tee und einen süßen Pankuka mit einer Füllung aus Valrhona-Schokolade und einer hausgemachten Caramel au beurre salé. Meine Begleitung ordert Kaffee, einen Macaron mit Pistazienfüllung und einen mit Schokolade.Die Macarons sind glutenfrei und schmecken sehr gut, werden aber nicht selbst gemacht.

Baltique-die Pankuka Bar-16

Pfannkuchen mit süßer Füllung liebe ich seit Kindertagen und der süße Pankuka, der mir im Baltique serviert wird, ist wirklich ein Gedicht. Die Kombination aus herber Valrhona Schokolade mit dem salzigen Karamell ist sehr Französisch und total lecker. Für meinen Geschmack wäre noch etwas mehr Schokolade in der Füllung kein Nachteil gewesen, aber bei Schokolade kann ich grundsätzlich nicht genug bekommen.

Baltique-die Pankuka Bar-17

Das Preis Leistungs Verhältnis ist meiner Meinung nach sehr gut, wir werden auf jeden Fall wiederkommen.

Pappsatt und zufrieden interessiert es mich jetzt doch, wie jemand auf die Idee kommt einen Deli für baltische Pfannkuchen zu eröffnen. Ich spreche das sympathische Besitzer-Duo Nicole Püschel und Raph Weiß an, das die Bar 2015 eröffnet hat und sie setzen sich beide für ein Gespräch zu uns an den Tisch. Anmerkung 09/2018: Die Bar wurde aus privaten Gründen, in die Hände eines neuen Besitzers abgegeben.

Auf einer Motorrad-Tour durch Lettland 2012 haben die beiden zum ersten Mal Pankukas probiert und waren wohl sehr begeistert davon. Diese Erfahrung veränderte das Leben der beiden, zurück in Deutschland, dann auch nachhaltig. Ralph Weiß eigentlich, wie könnte es in Frankfurt auch anders sein „Bänker“ von Beruf, zog sich die Schürze an und wechselte von der Bank in die Küche. Er machte keine halben Sachen und besuchte in der Bretagne die -Ecole maitre Crepier- und bestand dort die Ausbildung zum Crepier.

Die Idee war die baltische und bretonische Küche zu kombinieren und das im eigenen Deli nach Frankfurt zu bringen. Im Jahr 2015 war es dann soweit, das – Baltique die Pankuka Bar- wurde tatsächlich Realität. Solche Geschichten liebe ich ja, da hier zwei Menschen mit echter Begeisterung und viel Engagement einen Neustart gewagt haben, auf Risiko gegangen sind und voll hinter dem stehen was sie jetzt tun. Und das spürt man hier im Deli.

Baltique-die Pankuka Bar-13

Einen unerwarteten positiven Nebeneffekt hatte die Beschäftigung mit Buchweizen und dabei mit glutenfreiem Essen, auch für Nicole Püschel. Sie kam erst dadurch auf die Idee, dass Beschwerden die sie schon länger hatte, vielleicht durch Gluten ausgelöst werden könnten. Und tatsächlich wurde bei ihr eine Sensitivität festgestellt, sie fühlt sich nach zwei Jahren ohne Gluten, wie ein neuer Mensch.

Mit der Zeit haben dann auch viele Leute im Restaurant nach glutenfreiem Essen nachgefragt und so wurde die Glutenfreiheit mehr und mehr Thema im Deli. Der Pankuka, der aus Buchweizen, Wasser und Salz besteht, ist von Haus aus schon glutenfrei.

Der Koch wurde auf das Thema geschult und so wird hier, wo möglich, auf Gluten verzichtet. Nach und nach kamen dann auch glutenfreie Kuchen ins Sortiment, z.B. die Buchweizen-Biskuitrolle, die ich gerne bei meinem nächsten Besuch probieren werde.

Baltique-die Pankuka Bar Außen beleuchtet

Übrigens, blieb die tolle Qualität der Gerichte und das Herzblut das ins Deli gesteckt wurde, nicht ungehört. Das Magazin -Frankfurt geht aus- krönte das Deli 2016 und 2017 mit dem ersten Platz in der Kategorie Snack&Weck und 2018 landete es auf Platz zwei.

Baltique-die Pankuka Bar-Ralph König

Inhaber Ralph Weiß im Stadtmagazin Frankfurt geht aus

Link zum Baltique

Adresse: Heiligkreuzgasse 31 60313 Frankfurt am Main

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